Atlantische Inseln im Norden

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Atlantische Inseln im Norden

Faroer Inseln und Island (2009)

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Einleitung

Island und die Färöer-Inseln hatte ich bereits 2006 auf einer gemeinsamen Reise besucht, dies wollte ich nun in einer kälteren Reisezeit mit neuen Orten wiederholen, wobei der Einbruch der Isländischen Krone eine Rolle gespielt hat und mir nicht klar war, ob der März der geeignete Monat in Bezug auf Wetter und Reisemöglichkeiten ist, doch dazu später.

Kopenhagen

Los ging es mit der Lufthansa und B737-300 nach Kopenhagen ohne was erwähnenswerten, dort wie immer in billigen Kneipen teures Bier getrunken, einen teuren Snack genossen und mangels Attraktionen früh ins Bett und auf die nächsten Tage gefreut.

Flug von Kopenhagen nach den Färöer-Inseln

90 Minuten vor Abflug der Atlantic Airways von Kopenhagen nach den Färöer-Inseln war am Schalter gähnende Leere, ein Schild teilte mit, das drei Stunden vor Abflug der Check-In Schalter geöffnet wird. Waren wir jetzt zu spät? Auf Grund der einstelligen Boarding-Nummer wohl eher nicht und so hatte ich wieder einmal massig Zeit mir die Geschäfte im Kopenhagener Airport anzuschauen (kenne ich nun bereits fast auswendig).

Beim Einsteigen war die Maschine aber alles andere als leer, Auslastung ca. 80 %. Als Service ein (schlechtes) Sandwich und ein warmes Bier, die zwei Stunden waren aber auszuhalten. Nicht so toll, das der Notausgang mit Abfallsäcken belegt wurde, bei einer evtl. Evakuierung eher hinderlich. Beim Landeanflug sah ich zum ersten Mal Umrisse des Fjordes links und rechts des Flugzeuges, vielleicht besser das ich bei den ersten beiden Anflüge zuvor diese nicht gesehen hatte, nach meiner laienhaften Einschätzung ist nicht gerade viel Platz (bei meinem ersten Aufenthalt ist ein Kleinflieger an dem Tag wo ich gelandet bin beim Landeanflug verunglückt ohne Überlebende).

Auf den Färöer-Inseln

Vor Ort das befürchtete Wetter: Regenschauer und Wind. So ging es direkt mit dem Auto nach Tórshavn, mit Abstand die größte Stadt und das Zentrum des Landes. Bei einem ersten Spaziergang dann der erste Schock: Mein Lieblingsrestaurant der ersten Reise geschlossen. Warum? Hier schlägt die Wirtschaftskrise im Moment voll durch, während meinen 4 Tagen nur verwaiste Restaurants (selbst am Wochenende wo früher blühendes Leben war) und aufgegebene Lokalitäten. Selbst das einzige Spitzenrestaurant ist am Kämpfen (nach Aussagen der Einheimische, die 100 Euro für das Menue waren uns zu viel). So fielen leider mangels Angebot die Spezialitäten des Landes aus und wir mussten uns mit Steaks & Co begnügen.

In den nächsten drei Tagen wurde dann mit dem Auto die Inseln durchquert, die verschiedenen Inseln können mit Fähren, Brücken oder (teilweise) kostenpflichtige Tunnels erreicht werden, die Berechnung erfolgt automatisch nach Abgabe des Autos (immerhin 18 Euro pro Durchquerung) oder an jeder Tankstelle. Probleme gab es nur bei den einspurigen, unbelichteten und gar nicht so kurzen Tunnels mit kleinen Ausweichbuchten und auf den verschneiten Bergpässen.

Das Wetter war nicht ganz so schlecht wie vermutet, ab und zu hat auch die Sonne geschienen. Aber auch Schneestürme, Regen und Wind waren an der Tagesordnung, und dies wechselte so schnell wie wir das Radioprogramm (sehr gewohnheitsbedürftig) im Auto.

Flug von den Färöer-Inseln nach Reykjavik

Nach 4 Tage Färöer waren wir recht froh (das Wetter war doch etwas zu unbeständig) nun endlich nach Island fliegen zu können. Man teilte uns mit dass wir ca. 1 Stunde vor Abflug am Airport sein sollen und waren die ersten beim Check-In (Boardingnumber 1 und 2), obwohl der Flug ausgebucht war. Nach und nach sind dann die Mitreisenden gekommen und das Einsteigen begann. Obwohl der Kapitän nach dem Start mehrere Turbulenzen vorhergesagt hatte, war es bis auf ein kurzfristiges Absinken der Maschine (ein kollektives 'Ohhhh' ging durch die Kabine) recht ruhig, das Sandwich schmeckte besser als beim Hinflug, das Bier war kalt und die Aussicht auf Island toll, so dass wir sehr kurzweilig nach 1 1/2 Stunden auf dem Domestic Airport in Reykjavik gelandet sind.

In um Reykjavik

Was ich in Island erwartet habe und auf den Färöer Inseln erlebt haben war hier nicht sichtbar: die Wirtschaftskrise. Einheimische werden darüber bestimmt anders denken, aber die Restaurants und Läden waren voller Menschen und Leben. Auffällig nur, das alles (selbst ein Wasser im Supermarkt oder eine Cola im Imbiss) mit Karte bezahlt wird, ich glaube wir waren die einzigen mit Bargeld in ganz Island (natürlich etwas übertrieben). Es gibt auch keine Quittung, Unterschrift, Display oder ähnliches, das Personal kann eintippen was es will, der Kunde bekommt es nicht mit. Ob wir in Deutschland mal so viel Vertrauen haben kann ich jetzt nicht sagen, Fehler macht ja jeder und ich möchte schon sehen, was da eingetippt wird.

Mit dem Auto fuhren wir die gängigen Attraktionen ab (Geysir, Wasserfälle etc.), wobei die kleineren Straßen teilweise gesperrt waren und wir so viele Kilometer Umweg fuhren mussten. Touristen waren wie erhofft um diese Zeit noch Mangelware und so konnten wir in Ruhe alles besichtigen. Auch das erhoffe nordische Essen haben wir genossen (jede Menge rohen Fisch, Wal, Papageientaucher etc.) und zum Verdauen den "Schwarzen Tod" gewählt und überlebt.

Flug von Reykjavik nach Akureyri

Nun ging es mit Air Iceland in den Norden Islands. Wieder eine Stunde vor Abflug im Terminal, dieses Mal auch hinter den Schaltern gähnende Leere mit einem Schild "Check In startet 30 Minuten vor Abflug". Ist mir auch noch nicht vorgekommen, 30 Minuten vor den Check-In Schaltern gewartet eine Stunde vor Abflug. 30 Minuten vor Abflug waren wir immer noch somit die einzigen bei fast voller Fokker 50. Los ging es dann ohne Sicherheitskontrolle, ansonsten würden die 30 Minuten wohl nicht reichen. Wie alle Flüge auch dieser pünktlich, die Ansagen aus Cockpit und Kabine jedoch nur in Isländisch. Als Service auf den 45 Minuten Flug gab es Tee, Kaffee und Wasser, als die Stewardess beim Servieren bemerkte das wir nicht-isländisch sind hat sie sich entschuldigt für die fehlende englische Ansage, sie meinte alle Passagiere wären aus Island. Viel verpasst haben wir aber bestimmt nicht.

In und um Akureyri

Von oben hatten wir gesehen, das viele Straßen verschneit waren, so fragten wir bei der Miete des Autos, ob das Fahren ein Problem sei, dies wurde aber verneint, alles problemlos selbst zu unserem Ausflugsziel Mývatn 100 km entfernt von Akureyri. Das Auto hatte zum Glück Vierradantrieb und Spikes, so war sogar ab und zu ein Fahren der erlaubten 90 km/h auf den schneebedeckten Straßen möglich. Die Einheimischen überholten uns allerdings damit noch locker, die haben auch das halbe Jahr diese Straßenbedingungen.

Obwohl Akureyri die zweitgrößte Stadt in Island ist (Vororte von Reykjavik ausgenommen) ist die Stadt sehr übersichtlich und schnell abgelaufen. Bei der Fahrt zum Mývatn war leider alles weiß: Die Straßen, die Umgebung, die Berge und der Himmel so dass man schnell dabei ermüdete. Auch vor Ort war es leider nicht so schön wie erwartet, es war einfach zu diesig um was Anständiges zu sehen.

Flug von Akureyri nach Reykjavik

Nun wagten wir uns mal erst eine 3/4 Stunde vor Abflug da zu sein, natürlich immer noch zu früh. Hier checkte sogar eine Passagierin 3 Minuten vor Abflug ohne Stress ein und stieg mit uns gemeinsam ein (wiederum keine Sicherheitskontrolle). Mit fast voller Maschine ging es dann nach Reykjavik, dieses Mal mit englischer Ansage.

Nach Keflavik und der Rückflug

Auch hier haben wir wieder ein Auto gemietet (die Prozedur Domestic-Airport -> Busterminal -> Airport -> blaue Lagune-> Keflavik -> Airport per Bus war uns doch etwas umständlich) und sind erst einmal zur blauen Lagune gefahren, hier hat es allerdings geregnet, wir haben auf ein Bad verzichtet (zumal ich bereits die Anlage schon einmal besucht hatte) und sind dann direkt zum Hotel in Keflavik. Am nächsten Morgen haben wir uns dann generös 1 1/4 Stunde vor Abflug in das Terminal für unseren Icelandair Flug begeben, hier war allerdings Chaos pur. Eine riesige Schlange für 6 Flüge und nur 4 Check-In Schalter, es ging überhaupt nicht weiter. Irgendwann wurden dann die Frankfurt Passagiere aus der Schlange heraus gewunken, allerdings auch nur an einen Schalter, so dass wir hier wieder warten mussten und als letztes dran gekommen sind, nur unsere Versicherung, das wir zum Gate fliegen würden hat uns die Bordkarten gerettet. Sicherheitskontrolle ging schnell und am Gate waren wir nicht mal die letzten. Obwohl wir ja als letztes eingecheckt hatten, haben wir fast als einzige eine Dreier-Reihe für zwei bekommen, Glück gehabt. Der Service beschränkt sich auf einen Getränkegang bei 3 1/4 Stunden Flug, Essen, Alkohol und Kopfhörer nur gegen Bares. Überpünktlich sind wir dann in Frankfurt gelandet.

Fazit

Es war trotz den Wetterkapriolen eine tolle Zeit, beides sind herrliche Länder. Eine "Schönwettergarantie" gibt es zu keiner Jahreszeit, im Sommer aber natürlich eher. Leider habe ich immer noch keine erhofften Nordlichter gesehen, der Himmel war zu bedeckt. Preislich gehören beide Destinationen zu den teuren Ländern (trotz Währungsverfall), früher hat ein Bier in Island 9 Euro gekostet jetzt 6 Euro, was ja auch kein Schnäppchen ist. Werde bestimmt aber beide Länder noch einmal bereisen (Island schon wieder im Juni auf den Weg nach Grönland). Aber irgendwie freue ich mich jetzt auch auf den Frühling hier!