Ein Essen bei Österreichs "Köche des Jahrzehnts" im Restaurant "Obauer" in Werfen / Österreich 2012

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Ein Essen bei Österreichs "Köche des Jahrzehnts" im Restaurant "Obauer" in Werfen / Österreich

Edles und uriges Essen in Österreich (2012)




"Köche des Jahrzehnts"

Mit dieser Auszeichnung wurden die Brüder Rudolf und Karl Obauer im September 2012 von der Gourmetzeitschrift "Gault&Millau" ausgezeichnet, und zum Glück hatten wir bereits Monate zuvor dort einen Tisch in Werfen in dem Restaurant mit einer Übernachtung gebucht. Der Ort befindet sich relativ nahe bei Salzburg, so lag es nahe wegen der weiten Anreise auch dort noch eine Nacht zu verbringen, ich war noch nie in Salzburg.

Essen im Flugzeug

Zuerst erwartete uns ein 40 Minuten Flug von Frankfurt nach Salzburg. Die Sicherheitskontrolle vorher dauerte fast genauso lange mit kleinen Schikanen der Airportmitarbeiter, da wir aber nicht zum Ärgern weggefahren sind tat dies der Stimmung keinen Abbruch. An Bord tranken wir Tee/Kaffee, wählten aus dem Essensangebot "Was Süßes oder was Salziges" den Schokoriegel und landeten gut gelaunt in Salzburg, um danach per Bus und Bahn nach Werfen weiter zu fahren. Im übersichtlichen Ort fanden wir schnell unsere Bleibe und fragten nach einem ordentlichen Mittagessen. Wir wurde beraten dass wir uns als Gipfelstürmer betätigen können und dies im Dr.-Friedrich-Oedl-Haus einnehmen sollten, eine Schutzhütte der österreichischen Höhlenforscher, gelegen in der steilen Südwestflanke des Tennengebirges.

Essen hoch in den Bergen

Die Hütte ist zuerst per Shuttlebus ab Werfen zu erreichen. Danach geht es zu Fuß etwa 15 Minuten zu der Talstation der Gondelbahn, die einem dann in ein paar Minuten von 1000 Meter auf 1600 Meter zur Hütte bringt.



Dort erwartete uns dann eine fantastische Aussicht auf die herrliche Bergwelt. Es gab ein anständiges Wiener Schnitzel (allerdings nicht ganz korrekt, da vom Schwein) mit Kartoffelsalat, kühles Bier und eine nette Bedienung, der Tipp war toll vom Hotel, vielen Dank. Die größte Eishöhle der Welt, die es ganz in der Nähe zu besichtigen gibt ließen wir allerdings links liegen. Danach kehrten während der Rückfahrt noch einmal in einem Alm-Gasthof ein, verweigerten aber jede feste Nahrung denn der kulinarische Höhepunkt der Reise stand kurz bevor, das Abendessen im Restaurant der Brüder Obauer.




Essen bei den Meistern




Voller Vorfreude betraten wir dann das schön und gemütlich eingerichtete Restaurant, wurden freundlich begrüßt und zu unserem Platz gebracht, es herrschte keinerlei Steifheit oder Aufgesetztes. Die unerwartet große Auswahl an Gerichten machte es uns schwer zu entscheiden was wir denn nehmen sollten, ein Gericht nach dem anderem hörte sich gut und interessant an.

Bei dem Aperitif war die Auswahl schnell getätigt, einen "Zwetschken Lavendel Gin" kannte ich in dieser Kombination noch nicht, schmeckte herrlich erfrischend und ist sehr zu empfehlen, ein guter Start in den Abend.

Irgendwann mussten wir dann doch entscheiden zu bestellen, wagten uns aber nicht an die "Paprikakutteln mit Hahnenkämmen" und bestellten die folgenden Gerichte:

  • Rosa Rehfilet mit Gamscarpaccio, Safran-Zwetschke, Schwarzbeersenf und Gewürzhonig

  • Forellenstrudel mit Veltinersauce und Champignonpüree

  • Cassissorbet (Extrawunsch von mir und nicht auf der Karte)

  • Zander mit Kohlrabi, Holler-Blaukrautsauce und Kapern-Krautpaste

  • Kalbsfilet mit Artischocken, Walnusslikörsauce und Kalbskopf

  • Naynar Kuhfrischkäse mit Oliven, Artischokenmarmelade und Erdäpfelpapier

  • Limetten-Topfencreme mit Pfirsich, Grapefruit-Joghurteis und Lavendel

  • das alles hörte sich interessant und nicht alltäglich an und wir waren gespannt ob unsere Erwartungen erfüllt werden.

    Doch zuvor gab es erst einmal vier Kleinigkeiten, und zum ersten Mal in meinem Leben schmeckte mir ein Lammgericht (allerdings war es nur ein kleiner Würfel). Auch der zweite Gruß aus der Küche überzeugte (Tartar und eine Art grüne Soße Suppe), auch wenn wir die Idee bei zwei Personen zwei unterschiedliche Gerichte zu servieren (ohne einen Hintergrund wie Unverträglichkeit oder Dopplung von Gerichten) ungewöhnlich finden.

    Dann war es aber auch genug mit Überraschungen und wir erhielten (am Anfang uns etwas zu schnell) die gewünschten Gerichte und waren nicht enttäuscht, ein Gericht schmeckte besser als das andere. Im Nachhinein hat fanden wir das zarte Gamscarpaccio am besten, die Zutaten führten zu einer angenehmen fruchtiger Note, ein toller Menuegang. Aber auch die anderen Speisen fanden wir hervorragend, am Ende des Abends waren wir hochzufrieden mit der Küchen- und Serviceleistung. Es war ein tolles Erlebnis das Haus besucht zu haben, eine Wiederkehr ist nicht auszuschließen.


    Frühstücken bei den Obauers

    Nach einer angenehmen Nachtruhe gab es noch einen weiteren kulinarischen Höhepunkt, das legendäre "Obauer Frühstück", mitnichten ein Buffet sondern ein ungewöhnliches Minimenue. Als Eierspeise gab es zum Beispiel ein pochiertes Ei mit grüner Soße und Steinpilzen, es wurde ein Fischgang gereicht (gut, kalter eingelegter Fisch mit Gurken), mehrere Süßspeisen, Wurstsorten, der gute Käse vom Abendessen und und und... Leider war aber alles so viel dass etliches wieder zurück ging was wiederum schade für die Produkte ist.

    Essen bei den Bierbrauern von Salzburg

    Nun fuhren wir wieder mit der Bahn nach Salzburg und schauten uns die Stadt an.



    Bei der Touristeninformation inmitten der Stadt hatten wir den Hinweis erhalten dass die "Stiegl Brauwelt" mit Museum und Gasthaus nur 15 Minuten zu Fuß entfernt wäre. Dies sollte man aber nicht ernst nehmen und ein geübter Wanderer sein, der Weg dorthin hat sich ewig gezogen. Danach hatten wir uns das Mittagessen verdient, die Jause mit verschiedenen Wurst-, Käse- und Specksorten war in Ordnung. Beim Service besteht aber noch unbedingt Handlungsbedarf und dass in den großen Räumen geraucht werden darf sind wir gar nicht mehr gewohnt, es war sehr unangenehm nachdem am Nachbartisch drei große Zigarren auspackt wurden.



    Abends ging es dann zur Konkurrenz zu der "Sternbräu Gastronomie Welt", die zum Glück wirklich direkt in der Stadt liegt. Mit einem guten Tafelspitz und einem viel freundlicheren Service als bei Stiegls endete unser kulinarischer Ausflug nach Österreich (den wir nicht bereut hatten). Natürlich war der Höhepunkt das Abendessen bei Obauer (wenn auch jetzt in unserer Geldbörse eine größere Lücke ist, denn diese Leistung hat natürlich seinen Preis). Aber wert war es uns auf jeden Fall, es hat Spaß gemacht mal wieder ein Spitzenrestaurant zu besuchen.

    Nachtrag: Die Panorama Bilder sind nicht von mir (die einzige Ausnahme auf meiner Homepage) sondern von meiner Reisebegleitung, vielen Dank für die Erlaubnis diese benutzen zu dürfen.